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Gedenkabend an Familie Ringer aus Werdau


2. November 2026

Ein Abend des Gedenkens und Erinnerns an Familie Ringer aus Werdau mit Jens Kunze

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erlebte Deutschland eine der dunkelsten Stunden seiner Geschichte. Nationalsozialisten und ihre Anhänger steckten jüdische Gotteshäuser und Geschäfte in Brand, zerstörten jüdische Einrichtungen und griffen Jüdinnen und Juden brutal an. In diesen Tagen wurden Tausende Menschen misshandelt, verhaftet oder ermordet. Auch die Familie Ringer in Werdau wurde Opfer dieser Gewalt. Bernhard Ringer hatte im Jahr 1900 das Kaufhaus Ringer gegründet, das sich ab 1906 am Markt 6 befand. Während der Novemberpogrome stürmten Werdauer Mitbürger das Geschäft sowie die Räume der Familie.

Bernhard Ringer und sein Sohn Hans wurden in sogenannte „Schutzhaft“ genommen und in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Martha Ringer und ihre Schwiegertochter Ruth flohen derweil nach Leipzig in ein sogenanntes Judenhaus. Erst unter der Bedingung, vollständig auf ihr Eigentum zu verzichten, kamen Bernhard und Hans im November beziehungsweise Dezember 1938 wieder frei. Der Tochter Charlotte gelang mit ihrem Ehemann die Auswanderung nach Brasilien. Bernhard und Hans zogen hingegen mit ihren Familien nach Leipzig. Dort starb Bernhard Ringer im Jahr 1940. Seine Witwe Martha wurde 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert, Hans und seine Ehefrau Ruth folgten 1943 in das KZ Auschwitz. Hans Ringer kam dort ums Leben.

Am 13. August 2025 wurden auf dem Markt 6 in Werdau vier Stolpersteine zum Gedenken an die Familie Ringer verlegt. Diese wichtige Erinnerungsaktion ist vor allem dem Engagement und den sorgfältigen Recherchen von Jens Kunze zu verdanken. An diesem Abend wird er über das Schicksal der Familie Ringer und seine Erkenntnisse berichten.
Herzliche Einladung! Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort: CVJM-Brückenbauer e. V., August-Bebel-Straße 46, 08412 Werdau

Text: Martin Luther King Zentrum Werdau