Ev.- Luth. Schwesterkirchgemeinden Werdau/Leubnitz, Königswalde, Steinpleis

Plastik „Gebet für Frieden und Freiheit“ von Johannes Feige in der Kirche Königswalde/Landkreis Zwickau
Plastik von Johannes Feige
 

Durch den Künstler, Johannes Feige, ist ein Denkmal für die Königswalder Kirche zur Erinnerung an die friedliche Revolution im Herbst 1989 entstanden. Es ist ein etwa drei Meter hohes Kreuz aus Cortenstahl, umrandet von scharfen Eisenzacken. Im unteren Teil des Kreuzes sind betende Hände zu sehen.

Der Gedanke, eine Plastik anzufertigen und aufzustellen, entstand aus der Dankbarkeit für den friedlichen Umbruch. Hintergrund des
Standortes ist dabei das christliche Friedensseminar, das es seit 1973 in Königswalde gibt. Seitdem fanden und finden bis heute zweimal jährlich Seminare sowie am 1. Mai und 1. September Friedensgebete statt. Somit war die Königswalder Kirche lange Zeit vor dem Herbst 1989 ein Raum, wo Menschen zusammenkamen, um über die damalige Bevormundung des Staates, über Unfreiheit, Bespitzelung und ebenso Themen wie Bewahrung der Umwelt, Fragen zur Gerechtigkeit, über Wettrüsten, Abrüstung und Frieden, Demokratieverständnis u.a. zu reden. So gingen von Königswalde Impulse und Bewegungen aus, die mit zur Überwindung der kommunistischen Diktatur beigetragen haben und die demokratische Umgestaltung der Gesellschaft im Blick hatten. Auch heute finden weiterhin Seminare zu aktuell politischen, wirtschaftlichen und sozialen Themen und Problemen unserer Zeit statt.

Die betenden Hände der Plastik weisen darauf hin, was die Kraft des Glaubens und des Gebets vermag. Es ist der Glaube, dass in den Geschehnissen der friedlichen Revolution Gott mit am Werk war und Gebete erhört hat, wie es am Schluss des Films „Nikolaikirche“ gesagt wird: „...wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete“.

Die Spitzen des Kreuzes erinnern an die Diktatur, hinter Stacheldraht gefangen zu sein. So möchte das Denkmal einen Geschichtsprozess festhalten, dass durch betende Hände, mutige Menschen und das Eingreifen Gottes, sich der eiserne Vorhang, der Stacheldraht öffnete. Das Kreuz selber ist das Zeichen dafür, dass es trotz Leid und Tod Hoffnung gibt, die in schweren Zeiten standhält, durchhält und überwindet. Auch unserem Volk hat Gott durch das mutige Handeln von Menschen, den friedlichen Umbruch und Freiheit geschenkt.

Die Plastik hat an der Außenwand der Kirche (Apsis) ihren Standort gefunden, und ist damit für jeden Besucher, der den Kirchhof oder den Friedhof betritt, zu sehen.

Das Vorhaben wurde über Fördermittel der Sächsischen Aufbaubank „20 Jahre friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ finanziert.

Pfarrer Richter


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